Wo bleibt die Akzeptanz? Wo bleibt die Toleranz?

Die Schülerinnen und Schüler der 3b, 5c, 6a und 6d beschäftigten sich im Rahmen des Deutschunterrichtes mit den Menschenrechten und der Diskriminierungsproblematik. Im Zuge dessen entstanden Balladen (3b) und Poetry-Slam-Texte, in denen die Schüler und Schülerinnen auf historische wie auch aktuelle Ereignisse eingingen, ihre eigenen Eindrücke und Gefühle verarbeiteten sowie einen Appell an die Gesellschaft richteten.   

 


BLACK LIVES MATTER
Schon früher hat man es bemerkt –
unfrei sind sie gekommen,
unfrei sind sie geblieben.
Doch eigentlich ist jeder gleich viel wert!
Trotzdem wird geschwiegen.

Wieso muss so etwas passieren,
jeden Tag und jede Nacht?
Die Starken demonstrieren
immer ihre Macht!
Wo bleibt die Akzeptanz?
Wo bleibt die Toleranz?

George Floyd war sein Name,
sein Tod keine Ausnahme!
Auch Breonna Taylor erfuhr es hautnah,
was aufgrund von Diskriminierung geschah.
Why did they have to leave?
I can´t breathe!

Wieso muss so etwas passieren,
jeden Tag und jede Nacht?
Die Starken demonstrieren
immer ihre Macht!
Wo bleibt die Akzeptanz?
Wo bleibt die Toleranz?

Mensch ist Mensch!
Change has to come!
Was muss denn noch passieren,
damit das alle mal kapieren?
(6A - 2020)


Mensch ist gleich Mensch, oder?
Kein Unterschied zwischen Frau und Mann
zwischen Reich und Arm
zwischen schwarzer und weißer Haut.
Das sagt auf jedenfalls unser Oberhaupt.

„Gleiche Chancen für alle“!
Unter alle versteht man natürlich nicht 7,8 Milliarden Menschen
Eher die weißen Reichen
Frauen sind natürlich auch nicht mit eingenommen
Ist doch klar, oder?

Wer sagt, alle könnten beruflichen Erfolg haben, hat auch recht.
Für manche ist der Weg jedoch viel schwieriger und der Erfolg kleiner:
Mehr Arbeit, weniger Geld
Mehr Stunden, weniger Freizeit
Mache würde dafür die Job Wahl kritisieren
Eigentlich doch ganz klar, dass Ungerechtigkeit herrscht
Rassismus
(Sebastian Kofler)


Doch stellt euch vor…
195 Länder 195 Farbenhaben wir hier auf dieser Welt,
doch entstehn noch immer Narben
und der Grund dafür ist Geld, Egoismus und mehr,
HELP!

Und 65 hundert Sprachen,
jeder klammert sich an diesen Unterschied,
lass‘ doch was dagegen machen,
weil’s uns alle runterzieht.

Doch stellt euch vor,
alle wärn d’accord,
gemeinsam
statt einsam,
zusammen
statt allein.
Ups, das hat sich nicht gereimt!

Lernt doch aus der Geschichte
aus der Schule müsst ihr wissen,
macht Erfahrung nicht zunichte,
denn das wäre echt besch… eiden klug.

Ich weiß nicht, soll ich weinen – oder lachen
bei den ganzen Sachen,
die aus mancher Rachen es schaffen,
wir müssen endlich aufwachen.

Doch stellt euch vor
alle wärn d’accord,
gemeinsam
statt einsam,
zusammen
statt allein.
Ups, das hat sich nicht gereimt!

Seid nicht dumm!
Seid klug!
Seid gut!
Seid besser!
Dann gibt es Hoffnung.

Irgendwann wird’s so sein
kein Pein.
Nein,
nie mehr allein.

Doch stellt euch vor,
alle wärn d’accord,
gemeinsam
und einsam,
ist vergangen,
jetzt sind alle zusammen.
(Nils Wanz)


Stereotypen, Diskriminierung und Ausgrenzung
Wir sind in einer Welt,
wo Queers noch immer erzählt wird, sie würden in die Hölle kommen,
während Rassisten und Homophobe ohne Zweifel durch die Welt laufen,
mit dem Scheinbild, alles richtig gemacht zu haben.

Sie kommen mit Verschwörungstheorien, von wegen gay agenda,
niemand von den Queers
zwingt dich der community beizutreten.
Auch wirst du nicht verurteilt, für was oder wie du´s bist
aber hey, du gehst nicht jeden Sonntag in die Kirche?
Pft, du nennst dich gläubig?
Sie sagen, es is „Adam und Eva“ nicht „Adam and Steve“
aber hey
 Es ist auch „Homosapiens“ und nicht „heterosapiens“
„Ich bin nicht homophob, aber…“…
By the way…
Meine Oma hat oft gesagt, dass alles, was vor dem Wort ‚aber‘ kommt, entweder unwichtig oder gelogen ist,
aber naja,
des hat wahrscheinlich jeder schonmal gehört
Frage an euch: Findet ihr es schwul, wenn ein Mann Yoga macht?
Ha, Gegenfrage – wie kann man sich schwul verhalten, wenn kein Teil deines Körpers schwul ist?
Mein Antwort ist und bleibt eine Gegenfrage.
Fazit? Es ist so lange in Ordnung man selbst zu sein,
solange man sich an die unsichtbaren Regeln der Gesellschaft hält.
Beispiel:
Du spielst Fußball und bist handwerklich begabt als Mädchen? Oho, die Gesellschaft sagt, du bist definitiv lesbisch!
Du machst Ballet und Yoga als Junge und reitest gern? Pf die Gesellschaft sagt, du bist definitiv schwul!


Alle achten auf deine Kleidung, wird dadurch doch entschieden, welche Sexualität du hast.
Aber niemand hört die Schreie im Hintergrund,
das Flehen nach Veränderung,
die nur unsere Zimmerdecken erreichen,
vier kahlen Wände, in denen man sich selbst sein kann,
wo sich unsre Tränen zeigen,
die niemals die Außenwelt erreichen.


Dort draußen sitzen wir beisammen
und als Gruppe ist es noch leichter zu ignorieren,
wie ein Teil unsrer Gesellschaft unter unsren Taten und Worten leidet.


Diskriminierung findet man an jeder Ecke.
Das macht es möglich, dass wir uns nur noch vor uns selbst verstecken.
Es ist leichter vorbeizugehen, als mal richtig hinzusehen.
Ich mein, aus den Augen aus dem Sinn.
Aber wo kommt unsere Gesellschaft eigentlich noch hin?

Man sagt, wir haben uns verändert, haben einen großen Schritt getan, aber
was zählt die Veränderung, wenn es nicht besser ist als davor.

Diskriminierung wird hinter schönen Worten versteckt,
die Fakten nicht mal mehr abgecheckt.
Wann war das letzte Mal, dass wir uns offen für einen ausgeschlossenen, unterdrückten Menschen eingesetzt haben? Wir wahre Worte sprachen, ohne der Absicht von anderen als scheinheilig angesehen zu werden?
Es ist zu lange her, und das zeigt sich.


Unsere Gesellschaft bewegt sich langsam Richtung Abgrund zu.
 Ein großer Spalt in der Erde.
Unübersehbar.
Aber trotzdem wählen wir ihn nicht zu sehen.
Ich sehe die Burg vor mir, wie sie Stein für Stein zerfällt.
Sie kippt um, wie wenn ein Holzfäller einen Baum zerfällt.
Aber hey, aus Ruinen kann man leichter Burgen bauen.
Der Grund ist geebnet für zukünftigen Bauten.
Keine Bäume, keine Hügel und schon gar keine Wurzeln stehn uns im Weg.
Alles ist geebnet für den zukünftigen Fluchtweg.
(Lisa Riglthaler)


Flüchtlinge, ja Flüchtlinge: Ach, was für ein schöner Abend das wieder war, mit meinen Freunden in der nahegelegenen Bar. Essen, trinken Fernsehen schauen, den Kickel in der Zib anschauen. Wie er ganz ruhig im Studio steht und nemam Armin Wolf nur aufs Thema Flüchtlinge eingeht. Flüchtlinge, ach ja Flüchtlinge, warum wir die noch immer haben, die gehen ja sogar auf unsere Kosten baden. Spät am Abend war es dann so weit, Aufbruch, sonst macht mir meine Frau eine schwere Zeit. Plötzlich, Schock, du siehst in der Ferne einen Ausländer stehen, du könntest noch auf die andere Straßenseite gehen. Du überlegst, eigentlich kann er dir nichts tun, aber vielleicht hat er ein Messer, um dich zu bedrohen. Flüchtlinge, ach ja Flüchtlinge, gewaltsam sind sie doch, sagt halt mein Freund, ein Koch. Noch stehst du, doch er kommt immer näher, dein Puls steigt, immer höher. Panische Blicke nach hinten, noch könntest du verschwinden. Voller Mut nimmst du dein Handy in die Hand und gehst doch Schock, als ihr auf gleicher Augenhöhe seid, bleibt er stehen. Flüchtlinge ach ja Flüchtlinge, der Kickl hat ja recht, die sind alle schlecht. Er öffnet seinen Mund, wieso muss genau mir das passieren, genau hier, in der dunklen Ecke, denk ich mir. Ich hör ihn sagen: „Sorry, darf ich Sie was fragen?“ Schock: „Ja“, antworte ich kurz, danach bin ich still, ich weiß ja nicht, was er will. Kommt vielleicht seine Bande um die Ecke? Doch es kommt ganz anders als gedacht. „Wo ist die Tankstelle Yacht?“ Völlig perplex steh ich da, „Mehr wollen sie nicht, ja?“ Wieso hab ich das vorher nicht gecheckt, sondern am liebsten versteckt? Gehen sie die nächste Straße rechts und dann nach 100m links, mmh ja ja, wahr schon richtig, in 100m links. Er bedankt sich und geht, keine 30 Sekunden später ist er fort. Nun steh ich hier alleine in der Straße, mit hohem Puls und einer tomatenroten Nase. Flüchtlinge, ach ja Flüchtlinge, schwer sind sie zu verstehen, wie soll das den jemals gehen? Der war sicher keine Ausnahme, denk ich mir, alle anderen sind gewaltsam und wollen nur Geld von mir. Wie soll ich diesen Schock denn jetzt verdauen? Du hast eine Idee, ein Bierlein beim FPÖ-TV schauen. Flüchtlinge, ach ja Flüchtlinge....
(anonym)

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