Schule
BERUFSORIENTIERUNG - 2016/17

Web-Tipps Berufsorientierung

Die besten Online-Informationsangebote, Datensammlungen und Beratungsadressen zu den Themen „Ausbildung“ und „Berufswahl“

  • Das Forschungsnetzwerk (http://www.ams-forschungsnetzwerk.at)ist umfassende Informations- und Serviceplattform für Ergebnisse und Aktivitäten in der Arbeitsmarkt-, Berufs- und Qualifikationsforschung.
  • Das Qualifikations-Barometer (http://www.ams.or.at/qualifikationsbarometer/) zeigt aktuelle Arbeitsmarkt- und Qualifikationstrends auf und ermöglicht so die Einschätzung von Jobchancen und Qualifizierungsbedarf in unterschiedlichen Branchen und Berufen.
  • Die Weiterbildungsdatenbank (http://www.weiterbildungsdatenbank.at/) ermöglicht die individuelle Suche nach Weiterbildungsangeboten in ganz Österreich.
  • www.maturawasnun.at: Bildungswege nach der Matura, virtuelle Beratung, Beschreibungen der wichtigsten Interessensgebiete mit Karrierebeispielen, unter dem Link „Self-Check“ interessante Interessens-, Begabungs- und Persönlichkeitstests
  • www.studieren.at: Studienwahl, Fachunis, Karriere, Finanzen, Auslandsstudien; Datenbank “Jobbörse“ (neben Schule/Studium).
  • www.wegweiser.ac.at: Österreichs Uni-Standorte und angebotene Studienfächer;
    Sehr übersichtlich und viele Detail-Infos.
  • www.berufskunde.at: Job-Kontaktadressen nach Bundesländern geordnet, sehr gute Übersicht über Jobs von A-Z (mit Berufsbeschreibung, Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten);
    Suchkriterien über Tätigkeiten, Eigenschaften, verwendete Materialien, Hobbys und Arbeitsumgebungen!
  • www.bic.at: Der „BerufsInformationsComputer“ der Wirtschaftskammer; Infos zu mehr als 1500 Berufen; Gratis-Erstellung von „Interessensprofilen“, um in Frage kommende Berufsgruppen herauszufinden.
  • www.fhr.ac.at: Überblick über alle in Österreich angebotenen Fachhochschul-Studiengänge und allgemeine Infos rund um das FH-Studium.
  • www.akkreditierungsrat.at: Angebote und Studieninformationen an den österreichischen Privatuniversitäten.
  • www.berufskompass.at: Ein Service des AMS; bietet einen wissenschaftlich fundierten Test (Dauer: 15-30 Minuten) mit einer Auswertung des persönlichen Testergebnisses und eine Liste mit passenden Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsvorschlägen.
  • www.studentenberatung.at: Internetkurs „Studien- und Berufswahl“, soll Maturanten bei der Ermittlung ihrer Interessen, Studienerwartungen und konkreter Auswahl unterstützen. Gute Adresse für Unentschlossene!
  • www.ausbildungsberatung.at: Die "Schul- und Ausbildungsberatung" (SAB) in Graz biete eine kostenlose individuelle Schullaufbahn- und Maturantenberatung; Interessens- und Eignungstests mit Auswertung und anschließender persönlicher Beratung (kostenpflichtig);
  • Schüler-Ombudsstelle (Ansprechpartner bei Schulrechtsfragen und bei Schulproblemen), Adresse: Grillparzerstr. 26, 8010 Graz, Tel: 0316/68-93-10 

Ab dem Schuljahr 2004/05 wird das Wahlpflichtfach

BERUFSORIENTIERUNG

in den 7. Klassen angeboten.
NACHFOLGEND DER LEHRPLANENTWURF ZU DIESEM NEUEN UNTERRICHTSGEGENSTAND:

1. Bildungs- und Lehraufgaben, didaktische Grundsätze

Der Wahlpflichtgegenstand „Berufsorientierung“ hat von seiner Konzeption her das Ziel von den persönlichen Erfahrungen der Schüler/innen ausgehend, einen Beitrag zur Förderung der Persönlichkeit sowie zur Klärung weiterer Lebenswege zu leisten.

Durch dieses Wahlpflichtfach sollen Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden, die den Lernenden eine bessere Orientierung in der Arbeits- und Berufswelt ermöglichen und Entscheidungshilfen für die weitere persönliche Entwicklung und individuelle Berufsfindung bieten. Im Wahlpflichtfach „Berufsorientierung“ sollen sich die Schüler/innen mit den Anforderungen, Entwicklungen und Technologien der Berufs- und Arbeitswelt auseinandersetzen.

Im Berufsleben finden Schlüsselqualifikationen wie Selbstbewusstsein, Selbständigkeit, Kreativität und Kooperation in erhöhtem Maße Verwendung. Dieses Fach soll den Schüler/innen die Möglichkeit bieten, diese Bereiche zu erleben und zu erfahren, um sich infolgedessen mit Informationsangeboten kritisch auseinanderzusetzen und Beratungsangebote eigeninitiativ zu nützen.

Der erforderliche Praxisbezug lässt eine intensive Arbeit in Kleingruppen besonders notwendig erscheinen. In diesem Zusammenhang spielen Praktika in einzelnen Berufsfeldern eine wesentliche Rolle.

Weiters soll der Wahlpflichtgegenstand die Schüler/innen befähigen, Richtlinien für die Berufswahl nicht nur nach wirtschaftlichen Kriterien, sondern auch nach Konzepten der Selbstverwirklichung zu erstellen. Dabei sollen persönliche Interessen und Fähigkeiten zu Erwartungen und Anforderungen seitens der Gesellschaft und des Arbeitsmarktes in Relation gesetzt werden.

2. Organisationsform

Das Wahlpflichtfach "Berufsorientierung" wird im Rahmen der Schulautonomie als einjähriges Unterrichtsfach in der 7. Klasse im Ausmaß von zwei Wochenstunden angeboten. Eine Einschränkung auf die 7. Klasse erscheint sinnvoll, da der berufliche Entscheidungsfindungsprozess in dieser Altersstufe vorrangige Bedeutung besitzt.

3. Lernziele und Lerninhalte

Die unten angeführten Themen stellen keine vollständige Aufzählung dar, sondern können je nach Interessen, Bedürfnissen und Erfahrungen der Schüler/innen modifiziert und erweitert werden. Es ist dabei zu beachten, dass auf inhaltlicher Ebene der kontextuelle Rahmen zu den Trägerfächern gewahrt bleibt. Eigenverantwortliches lernen und handeln, Förderung von Kommunikationsbereitschaft und Teamwork sind dabei gleichzeitig Ausgangspunkt und Zielsetzungen des Wahlpflichtfaches "Berufsorientierung".

a. Berufe im Spannungsfeld der historischen und wirtschaftlichen Entwicklung

  • Österreich und die EU
  • wirtschaftspolitische Strukturen
  • Arbeitsrecht
  • regionale Gegebenheiten
  • Chancen in den einzelnen Berufen
  • Wirtschaftsräume
  • Problemkreis Arbeit - Arbeitslosigkeit
  • Stellenwert von Arbeit in der sog. "Freizeitgesellschaft"
  • aktuelle Entwicklungen und Trends
  • Berufe im Wandel der Zeit
  • historische Entwicklung der arbeitsteiligen Gesellschaft
  • Mobbing und Stress
  • psychologische Einflussfaktoren auf die Arbeitswelt
  • Bildungsmöglichkeiten in Europa
b. Rhetorik und Kommunikation
  • Bewerbungstraining
  • Schlüsselqualifikationen (Bsp. Teamarbeit, Kooperation, etc)
  • Selbstpräsentation
  • Kommunikationstraining (Rollenspiel, Diskussionsverhalten etc.)
  • Persönlichkeitsbildung (Bsp. Stärken/Schwächen-Analyse)
c. Erfahrungen vor Ort
  • "Expertengespräche" mit Vertretern bestimmter Berufsgruppen
  • Praktika
  • Exkursionen und Betriebserkundungen
  • Universitätsbesuche - Teilnahme an Vorlesungen


Anmerkungen ad b. Rhetorik und Kommunikation

Als Vorbereitung für die unterschiedlichen Praktika wird die Selbstpräsentation durch Kommunikations- und Bewerbungstraining verbessert. Dieses Wissen ist nicht nur für die zukünftige Berufswahl hilfreich, sondern beeinflusst auch in positiver Weise das eigene Prüfungsverhalten und den Umgang mit Schulkollegen.
Neben theoretischen Informationen finden die Schüler/innen konkrete Anleitungen und praktische Hinweise auch in Hinblick auf mögliche Ferialjobs. Rollenspiele und Rhetorikübungen mit Videoaufzeichnung erweitern die individuelle Handlungskompetenz, da unterschiedliche Selbst- und Fremdwahrnehmung in der Reflexion herausgearbeitet und das individuelle Verhaltensrepertoire erweitert werden können.

Berufliches Fachwissen tritt durch die moderne Informationsverarbeitung immer weiter in den Hintergrund. Hingegen sind Kompetenzen, die eine sinnvolle Strukturierung und Koordination des Arbeitsprozesses ermöglichen, unbedingte Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufslaufbahn. Managementqualifikationen wie Organisation und Planung werden auf allen beruflichen Ebenen zu einem wesentlichen Auswahlkriterium für den Personaleinsatz.

Ad c. Erfahrungen vor Ort

Aufgrund der regionalen Gegebenheiten können die Schüler/innen eine Vielzahl von Berufsbildern nicht nur theoretisch erarbeiten, sondern auch ohne allzu großen organisatorischen Aufwand lebensnah erfahren.
Aktuelle soziokulturelle Entwicklungen spiegeln sich in veränderten Arbeitsbedingungen wider. Job-Sharing, neue Formen der Heimarbeit durch Computer-Technologie und die Diskussion um die Verlängerung der Lebensarbeitszeit einerseits und steigende Arbeitslosenraten andererseits prägen nicht nur die Arbeitswelt. Auch Freizeitverhalten und soziale Strukturen werden von diesen Strukturen maßgeblich beeinflusst. Männlich und weiblich tradierte Rollenmuster, zwischenmenschliche Beziehungen und familiäres Leben müssen vor diesem Hintergrund neu definiert werden.
Daneben geben „Expertengespräche“ mit Vertretern bestimmter Berufsgruppen einen oft unverstellten Einblick in die reale Berufswelt. Hier bietet das Wahlpflichtfach die Möglichkeit, neue gesellschaftliche Trends zu analysieren und zu interpretieren.

Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang Praktika in unterschiedlichen Berufsfeldern, die für Absolventen der AHS relevant sind. Die konkreten Erfahrungen vor Ort, das Ausprobieren von bestimmten Arbeitsschritten und die Gespräche mit den in den verschiedenen Arbeitsbereichen Beschäftigten ermöglichen den Schülern eine realistische Einschätzung der Berufswelt und eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit. Das eigenständige Organisieren von Praktikumsplätzen fördert die für das weitere (Berufs-)Leben unverzichtbaren Schlüsselqualifikationen wie Kontaktfähigkeit, Teamarbeit, kommunikative Kompetenz und Kooperationsbereitschaft.

Exkursionen und Betriebserkundungen tragen außerdem dazu bei, dass theoretisch erarbeitete Informationen auf die regionalen Gegebenheiten in der Steiermark und in Graz in Bezug gesetzt werden. Durch diese Realbegegnungen wird aber nicht nur ein vorurteilsfreieres Bild auf die Berufswelt eröffnet – das Entwickeln einer Gesprächskultur und der Abbau von Schwellenängsten sind nicht unwesentliche Nebeneffekte.

(Text: Mag. Peter Poier)

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